Bericht aus Mtwapa 13.03.– 19.03.2024 von Clara

Teil 2

Franz, Lucy & Clara

Franz, Lucy und Clara vor dem Mango Baum

Kindergartenkinder

Clara und Lucy mit den Kindergarten Kindern

Clara berichtet aus Mtwapa Teil 2

Mittwoch, 20.03.2024

Die Woche war von sehr vielen neuen Erfahrungen geprägt. Ich habe das erste Mal komplett mit der Hand gewaschen, zu Hause habe ich mal ein paar kleine Flecken eingeweicht oder direkt ausgewaschen aber niemals komplett mit der Hand gewaschen. Das ging aber ziemlich gut, ich musste die Klamotten danach nur sehr gut mit Wasser auswaschen, was ich bei einigen Sachen nicht ganz so gründlich gemacht habe, die waren danach ein wenig steif. Beim nächsten Mal ging es aber schon viel besser und beim dritten Mal habe ich dann hoffentlich den Dreh raus.

Außerdem wurde mir beigebracht, wie man Kokosnüsse auskratzt. Hier gibt es so ein Gestell, auf welches man sich setzen muss, dann ist vorne eine Art Messer befestigt mit der man die Kokosnüsse dann ausschaben kann. Wenn man damit fertig ist, wird das Fruchtfleisch mit Wasser vermischt und danach ausgewrungen und Tada: Kokosmilch.

Daniel und Lucy waren die Woche ziemlich beschäftigt die Grundstücksgrenzen zu finden, damit die Mauer gebaut werden kann. Dafür soll jetzt noch ein Mensch von der Behörde kommen, um das genau zu überprüfen. Das ist ziemlich wichtig, wenn die Straße mal neu gemacht werden soll oder es eine andere Art Baustelle vor der Tür geben sollte und die Mauer nicht auf dem Grundstück steht, darf die Regierung die einfach abreisen. Das wollen wir natürlich nicht, deswegen wird alles doppelt und dreifach gecheckt, damit die Mauer auch auf jeden Fall stehen bleiben kann.

Ich hätte auch ein bisschen Freizeit, an einem Nachmittag war auf dem Sportplatz vor der Tür ein Fußballturnier von unterschiedlichen Schulen, das habe ich mir mit den anderen Volunteers angeguckt, danach sind wir noch in ein Restaurant gegangen. Das ist quasi ein Floß und man ist mitten auf dem Wasser, total schön. Das Essen dort war auch sehr lecker aber die Preise waren an die Europäischen Gäste angepasst. Einen Tag waren wir gemeinsam am Strand, da bin ich das erste Mal mit einem „Piki Piki“ gefahren, die Motorrad-Taxis, der Hinweg war sehr holprig und unser Fahrer hat das Motorrad die ganze Zeit abgewürgt, die Rückfahrt hingegen war sehr entspannt. Wir wollten ursprünglich an den öffentlichen Strand, da hat ein Hotel aber seine Liegen aufgebaut und für 500 Schilling (3,00€) konnten wir da liegen. Die 500 Schilling durften wir aber verzehren, was nicht wirklich schlimm war. Es gab Kokosnüsse, die das Ganze noch idyllischer gemacht haben. Einen anderen Tag wurden die Wettkämpfe der Schulen fortgesetzt, diesmal waren Laufen und „Race-Walking“ angesagt. Beim Sprinten war es sehr beeindruckend, wie schnell die Kinder gelaufen sind. Für die anderen Volunteers und mich ging es dann noch runter zur Hauptstraße, wo wir uns durch das ganze Street Food probiert haben, alles sehr lecker, aber auch sehr fettig. Die Kenianer sind Fans vom Frittieren. Wir wurden außerdem oft angesprochen und ein Mann mit einem kaputten Fuß hat mich auf Deutsch gefragt, ob ich ihm in der Apotheke Pillen kaufen kann, es hat sehr lange gedauert, bis ich ihn abwimmeln konnte.

Die Woche war leider auch von vielen Stromausfällen durchzogen. Einmal von 9:00-21:00, von 12:00-16:00 und immer mal wieder für eine Stunde. Der längste Tag war am anstrengendsten, es war superwarm und kein Wind. Das Wasser wurde zusätzlich abgestellt, das hat die Situation auf jeden Fall verschlimmert. Zum Glück hatte Franz Taschenlampen und Campinglampen mitgebracht. Es wurde schon geplant, dass alle Kinder einfach morgens früh duschen sollen und das Abendessen im Dunkeln war auch nicht so schön. Als ich dann bettfertig war und notdürftig mit dem restlichen Wasser, welches wir in einem Eimer in unserem Bad hatten, geduscht habe ging der Strom und das Wasser dann wieder an. Die Nacht war dadurch sehr viel entspannter, da die Sonne sonst am Nachmittag sehr unser Zimmer erhitzt und das ohne Ventilator noch abends und nachts zu spüren ist.

Für Aufregung hat gesorgt, dass zwei Jungs einen Nachmittag abgehauen sind und bis zum nächsten Mittag nicht wieder aufgetaucht sind. Erste dachten alle, dass es eine Art Versteck-Spiel ist, aber auf dem Grundstück wurden sie nicht gefunden. Lucy hat mir erzählt, dass das leider öfter passiert und die Kinder zurück zu ihrer Familie wollen, und diese vermissen, egal was sie ihnen angetan haben. Es musste an dem Abend noch der Polizei und dem Children Officer Bescheid gegeben werden. Die bekannten Verwandten von den beiden Jungs wurden auch abgesucht aber die Jungs wurden nicht gefunden. Am nächsten Mittag stellt sich raus, dass der größere zu seinem Vater wollte und als er herausgefunden hat, dass dieser verhaftet wurde, ist er total verzweifelt gewesen. Es hat so ausgesehen, als ob die beiden dann auf der Straße geschlafen haben. Als sie zurück waren, gab es erstmal eine Dusche, etwas zu Essen und einen ausreichenden Mittagsschlaf. Ärger gab es keinen, man kann den Kindern nicht übelnehmen, dass sie ihre Eltern vermissen. Bei den beiden hat leider auch die nicht vorhandene Lust auf die Schule mit reingespielt. Um bei Heshima bleiben zu dürfen ist aber die Voraussetzung zur Schule zu gehen, die beiden stellen sich eigentlich auch ganz gut an. Aber alle waren in erster Linie froh, dass die Jungs wieder gesund und mehr oder weniger munter zurück waren.

Was mir noch aufgefallen ist, dass sich die kleinen Kinder immer weiter mir öffnen. Als ich einmal wieder zurück gekommen bin vom Sportplatz, sind alle auf mich zu gerannt, haben „Lala“ gerufen, da Clara zu schwer ist, und haben mich umarmt. Die machen auch Späße mit mir, zum Beispiel Grimassen schneiden. Sie versuchen auch immer mit mir zu reden, aber dafür reich mein Suaheli wirklich nicht aus. Ein Mädchen was nicht hier wohnt, sondern nur zum Kindergarten kommt fand meine Haut besonders interessant. Sie hat mein Bein angefasst und ein bisschen gerubbelt und danach geguckt ob sich ihre Handfläche verfärbt hat, natürlich nicht. Die anderen rufen mich auch gerne als „Mzungu“, was „Hellhäutige” bedeutet. Aber grundsätzlich wollen die mehr mit mir machen und zeigen mir, wenn sie schreiben lernen, das heißt Buchstaben farbig ausmalen, wie toll sie das gemacht haben.

 

An das Klima habe ich mich jetzt vollständig gewöhnt, ich schwitze zwar immer noch, aber nicht mehr so viel wie am Anfang und die Hitze ist erträglicher geworden. Man gewöhnt sich eben an alles!

 

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