Dienstag 12 Dezember 2017

Hilfe für

Straßenkinder

in Kenia

Erlebnisbericht von Lucy Riewoldt (2. Vorsitzende Heshima-Kinderförderung e.V.)

Es war Ende 2003 und ich war froh in Kenia zu sein, um meine Familie in der Nähe von Eldoret zu besuchen. Es war ein schöner Tag und ich schlenderte durch die Straßen von Eldoret um zu sehen, was sich in den letzten Jahren alles in meiner Heimatstadt geändert hatte. Der Fortschritt macht auch in Kenia nicht Halt.


Wenn man bedenkt, dass Eldoret erst 1912 von weißen Siedlern gegründet wurde, die 1908 aus Südafrika kamen um in Kenia Farmland zu finden und sich hier niederzulassen, ist es schon erstaunlich, dass ich mich jetzt in der viertgrößten Stadt Kenias befand mit etwa 230.000 Einwohnern (der Größe meiner neuen Heimatstadt Krefeld).

Eldoret ist im Übrigen der Geburtsort vieler kenianischer Laufstars wie Kipchoge Keino, Julius Sang und Lucas Sang und wird in der Hauptsache von Nandi und Massai bewohnt.

Ich schlenderte also durch die Straßen als mir plötzlich ein bettelnder kleiner Junge auffiel. Ich ging auf ihn zu und er sagte: "give me Shilingi" (der Kenya-Shilling ist die Landeswährung). Er hatte eine Tüte Klebstoff in der Hand und hielt sie sich immer wieder unter die Nase um daran zu schnüffeln. Ich fragte ihn für was er denn das Geld benötigt und er antwortete, er habe seit 3 Tagen nichts mehr gegessen. Ich wollte wissen wo sein zu Hause ist und wo seine Eltern sind. Darauf bekam ich keine Antwort. Ich sagte dem Jungen: "Du bekommst kein Geld von mir, aber ich kaufe dir etwas zu essen, wenn du den Klebstoff wegwirfst". Der Junge warf seine Tüte weg und folgte mir zur nächsten "Imbissbude". Dort kaufte ich ihm "kuku na chipsi" (Hähnchenfleisch mit Pommes), was er mit einem Lächeln und großem Hunger aufaß. Er fragte mich "Bist du morgen auch hier?" Und ich antwortete, nachdem ich kurz überlegte: "Ja, gegen vier Uhr" und er bedankte sich artig und lief die Straße hinunter...

Am nächsten Tag ging ich gegen vier Uhr erneut an die Stelle, an der ich den Jungen getroffen hatte. Er war bereits dort und wartete seit Stunden auf mich, die Passanten immer wieder fragend: "Ist es schon vier Uhr?" Er sah mich und kam auf mich zugelaufen mit den Worten: "nataka kuku na chipsi" (ich möchte Hähnchenfleisch mit Pommes). Wir gingen erneut zum Imbiss und ich versuchte mehr über ihn und seine Familie zu erfahren, aber er wollte nichts über sich erzählen. Ich sagte ihm: "wenn du mir nicht zeigst wo du wohnst, komme ich morgen nicht wieder". Er nahm mich bei der Hand und führte mich einige Straßen weiter unter eine kleine Brücke, welche über einen Abwasserkanal führte und er sagte mir: "Naishi huko" (Hier wohne ich). Ich war geschockt als ich sah, was ich sah.
Unter dieser Brücke an der stinkenden Kloake lagen einige Pappkartons und zwei weitere Kinder im Alter meines neuen Freundes. Auf meine Frage, wo sich die Eltern der Kinder befinden, antworteten alle drei: "Hatuna wazazi" (wir haben keine Eltern). Ich war geschockt und sofort beschloss ich den drei Waisen zu helfen.

Ich nahm sie mit zum Haus meiner Mutter und dies war der Anfang von "Heshima"

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