Willkommen bei Heshima-Kinderförderung e.V.

Max

Volontär

Max war der erste männliche Volontär im Heshima Children´s Home. Hier ein Auszug aus einem seiner Berichte:

Hallo, mein Name ist Max und ich bin jetzt seit sieben Wochen Volontär im Heshima Children´s Home in Mtwapa, Kenia. Ich selbst war noch nie außerhalb von Europa bevor ich hierher kam und kann jetzt sagen, dass die Unterschiede in Lebensweise, Lebensqualität und Lebensgefühl teilweise wirklich enorm sind. Ganz abgesehen von den brennenden Müllbergen die überall rumliegen, der lebensmüden Fahrweise auf den Straßen, und dem Kontrast zwischen den Lehmhütten in denen viele Menschen wohnen und den Palästen der Regierungsmitglieder, gibt es ein paar interessante Aspekte in der Mentalität vieler Kenianer. 

Das nur vorweg, denn es ist einiges passiert seid Meike und Anika nach Europa zurückgeflogen sind. In der letzten Woche der Schulzeit fand der sogenannte Games Day statt. An diesem Tag messen sich drei Privatschulen, darunter die unsere, in verschiedenen sportlichen Disziplinen. Für die Lehrer war das ein 100m Sprint und für die Schüler ein Fußballtunier, aber nicht auf einer Laufbahn und Rasen, sondern auf einer Art Acker, über den mitten im Spiel auch mal ein paar Kühe getrieben wurden.

Beim 100m Sprint bin ich, trotz des genetischen Nachteiles der Läufernation gegenüber, nicht letzter geworden und die Schüler der Marianna Glorious Academy konnten sogar den Pokal mit nachhause nehmen. Meine zwei Trainingseinheiten in der Schule, die den Schülern die Spielübersicht des Weltmeisters nähergebracht haben, waren dabei sicher nicht unerheblich.  Danach wurden die letzten Examen geschrieben und die Schulferien begannen. Die Noten sind unterschiedlich ausgefallen, Mwanaisha (KG3) und Mohammed (KG2) sind beide Klassenbeste aber Lydia und Salma (beide ST6) sowie Dennis und Kelvin (beide ST7) haben Nachholbedarf. Da es für die Vier darum geht, sich bis zum Ende der achten Klasse stark zu verbessern, um sich für eine gute weiterführende Schule zu qualifizieren und somit Chancen auf eine bessere Zukunft zu haben, werden sie zwei ihrer drei Wochen Ferien in der Schule verbringen. Dieser Nachhilfeunterricht ist leider nicht im Schulgeld mit inbegriffen (für die Jungen 60KSh pro Tag und für die Mädchen 20KSh pro Tag). Da die Einnahmen durch Spenden in diesem Jahr stärker zurückgegangen sind als erhofft, musste ich mit der Direktorin der Schule über einen Discount verhandeln, was sich als langwieriger Prozess erwies. Die gute Frau gehört nämlich der Volksgruppe der Kikuyu an, denen die anderen Stämme in Kenia nachsagen, sie wären die gerissensten Geschäftsleute. Nach einem drei stündigen Gespräch konnte ich das Schulgeld von 8 Kindern pro Term von 40000 Schilling auf 35000 drücken. Gar nicht schlecht, habe ich mir sagen lassen.

An den Samstagen, und in der letzten Ferienwoche täglich, bekommen die Heshima-Kinder Nähunterricht von Schneider Masha, einem Meister seines Fachs. Der nimmt zwar nur 200KSh für zwei Stunden Unterricht, allerdings belaufen sich die Materialkosten für Stoffe, Scheren, Lehrmaterial etc. auf rund 3500s pro Kind. Wie alle Heshima Projekte, setzt sich auch dieses zum Ziel, der finanziellen Unabhängigkeit des Vereins ein Stück näher zu kommen. Nach ein paar Monaten Schneiderausbildung sind die Kinder in der Lage ihre Schuluniformen selbst zu nähen und sich eventuell durch kleinere Näharbeiten ein Taschengeld zu verdienen.

Generell versuchen wir hier möglichst viel selbst zu produzieren. In der letzten Woche beispielsweise haben wir zehn Hühner erstanden (die auch fleißig Eier legen). Auch im Garten wurde gestern wieder umgegraben und ausgesät (bis jetzt Mais, Kohl, Karotten, Tomaten und ein paar Kräuter), da die Regenzeit begonnen hat. Zum Abschluss des Tages haben Dennis, Kelvin, Lucky, Mohammed und ich das Kaninchen, dass morgens leider vom Hund zu Tode erschreckt wurde, abgezogen, ausgenommen und zubereitet. Komischerweise wollte außer uns niemand probieren. In Kenia wird zwar auch Krokodil gegessen aber Hussein der Koch meinte, wenn er heute das Kaninchen isst, dann kann er morgen die Katze schlachten. Lucky, Mohammed und Kelvin hat es aber gut geschmeckt, es war das erste Kaninchen für sie. Aus dem Fell macht Kelvin im Moment eine Trommel für den kleinen Mohammed.

So das war’s erstmal von meiner Seite.

Wer den nächsten Bericht lesen möchte, soll doch bitte etwas auf das Heshima Konto spenden.

Gruß aus Mtwapa – Max

max@heshima.de